7. November 1984: Noch mehr Schulung

Am schlimmsten ist immer die Polit-Schulung. Wir sitzen in der Kantine und werden belehrt, dass es keinen Gott gibt. Da melden sich natürlich einige und sagen, dass sie anderer Meinung sind. Auch zum Thema der notwendigen Sicherung des Friedens mit Waffen gibt es Widerspruch. Kein Wunder in einem Pazifistennest namens Baueinheit 40. So heißen wir nämlich. Unvermeidlich ist dann die Argumentation des Hauptmanns, dass wir, würden Feinde unser Haus und unsere Familie angreifen und unsere Frauen vergewaltigen wollen, wir auch uns wehren würden. Das kennen wir alle, aus der Musterung, aus der Schule, aus der Berufsschule, nur um das Detail der Vergewaltigung sind wir bisher gekommen. Wir sagen: Wir haben gar keine Feinde.

In einer weiteren Schulung werden wir auf den Ausgang vorbereitet. Auch außerhalb der Kaserne gilt: Jeder dienstranghöhere Uniformierte ist durch Ehrbezeigung zu grüßen, einschließlich Polizisten. Auch die Angehörigen der Sowjetischen Streitkräfte sind zu grüßen. Der Hauptmann weiter: „Es kann sein, dass Sie einem Angehörigen der Alliierten Streitkräfte begegnen. Wir grüßen auch die Alliierten. Wir haben aber unseren Stolz: Die grüßen uns zuerst.“ Ein vorlauter Bausoldat fragt, ob die Russen denn nicht auch zu den Alliierten gehören würden. Für das Wort „Russen“ wird er angeschnauzt, es heißt „Rote Armee“ oder „Sowjetische Streitkräfte“. Die Frage nach der zugehörigkeit zu den Alliierten wird nicht beantwortet.

Wir lernen weiter das Gelöbnis, das Exerzieren und uns anzupassen.