Ich habe die letzten Tage genossen, mit Schwermut und Hunger auf alles, was ich in den nächsten Wochen und Monaten vermissen werde. Ich habe fast alle Freunde besucht und denen, die ich nicht besuchen konnte, Briefe geschrieben. Ich habe meinen Personalausweis auf der Polizei abgegeben, weil jetzt der Wehrpass gilt. Ich bin jetzt nicht nur verliebt, ich habe eine Freundin. Soviel Zeit, wie möglich, habe ich mit ihr verbracht. Ich habe Angst vor dem, was da auf mich zukommt. Ich habe mir vorgenommen, nicht betrunken in die Kaserne einzuziehen. Die Tasche ist gepackt: Bücher, Bibel, Losungsbuch, Lernmittel für Latein. Die Zeit bei der Armee will ich nutzen. Zum Schneiden der Haare bin ich aber nicht mehr gekommen. Vielleicht lasse ich sie mir morgen in Brandenburg bei einem zivilen Friseur schneiden. Irgendwer hat mir gesagt, dass man, wenn man mit langen Haaren in die Kaserne kommt, gleich Ärger kriegt. Ich bin vor allem unsicher.