16.-22. Januar 1985. Nichts wirklich Neues.

Die Vorstellung, dass wir hier nichts machen, während im ganzen Land der Winter für eine Katastrophe sorgt, macht uns zu schaffen. Wir wollen arbeiten, und wir sehen jeden Abend in der Aktuellen Kamera, wie die Werktätigen unter Mithilfe der Soldaten der NVA die Braunkohlenförderung am Laufen halten. Von Bausoldaten ist keine Rede, dabei wären wir bereit, und etwas Besseres gibt es auch nicht zu tun – wir stehen weiter auf der Baustelle herum. Trotz Minusgraden müssen wir jeden Morgen Frühsport abhalten.

Der Lateinkurs hat bloß wenige Teilnehmer. Wir suchen jeden Abend ein freies Zimmer, aber das Verständnis ist nicht allzu groß.

Ich kriege immer noch keinen Ausgang. Außerdem erkälte ich mich langsam.