Überraschung! Heute um dreiviertel sechs tönte es „Gefechtsalarm! Raustreten!“ Wir waren vorbereitet und schnell genug. Der Hauptmann stand vor dem Block und stoppte die Zeit und war zufrieden. „Geht doch, Genossen Bausoldaten! Links um, im Gleichschritt, marsch!“
Wir marschieren durchs Tor, nach draußen, rechts am Kasernenzaun entlang, dann in den Wald. Gleich hinter dem Wald ein Übungsplatz, mit Hindernissen. Wir müssen durch Rohre kriechen, über Bretterzäune klettern. Wir sind nicht gut, der Hauptmann ist nicht zufrieden. Er plaudert vor der angetretenen Mannschaft, dass bei den Mot.-Schützen beim Kriechen noch ein Maschinengewehrdauerfeuer über den Draht zieht und die Eskaladierwand mit voller Ausrüstung und Bewaffnung überwunden werden muss. Ein Bausoldat meldet sich und fragt, ob das jetzt Kampfausbildung sei und wenn ja, dass wir das als Bausoldaten nicht machen dürften. Dieser Bausoldat hat sich wahrscheinlich gerade um den Ausgang für die nächsten Wochen gebracht. Dem Hauptmann hat er aber offensichtlich die Laune verdorben, wir treten an und marschieren zurück in die Kaserne. Auf der Baustelle machen wir dann wieder mit Felddienstuniform und Stahlhelm nichts.
Kriege sind mit uns nicht zu gewinnen. Und heute abend wird wieder Schlafanzug getragen. Und sollte es wieder länger dauern, dann üben wir es eben. Besser, als durch die Heide zu marschieren.
Zum Abendappell kündigt der Hauptmann an, dass so eine Gefechtsübung jeden Monat dran sei.
Ich kriege wieder keinen Ausgang.