30. Dezember 1984. Urlaub.

Geschlafen bis Mittag. Beim Aufwachen geärgert: Schlafen kann ich auch in der Kaserne! Dann doch gefreut: Ich habe seit zwei Monaten zum ersten Mal nicht gehört: „Nachtruhe beenden!“. Ich habe zum ersten Mal seit zwei Monaten ausschlafen können.

Nachmittags mit Mutter und Schwester Oma besucht. Immer wieder das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, in die ich nicht gehöre. Dabei ist es doch genau andersherum: Das hier ist meine Welt, und in die andere dort gehöre ich nicht.

Abends wieder Treffen mit Freunden. Sogar Thilo kommt, mit dem ich in den letzten Wochen so viel Zeit verbracht habe. Erstaunlicherweise macht mich seine Anwesenheit sicherer.

Es gibt wieder Tee und Wein, und jemand kommt zur Tür herein, und irgendjemand sagt aus irgendeinem Grund „Achtung“, und ich erstarre innerlich. Beinahe wäre ich aufgesprungen. Im nächsten Moment erschrecke ich über mich. Setzt mir das so stark zu? Kriegen die mich etwa klein?

Ich fühle mich deplaziert.

Heute habe ich den Wehrpass einstecken und keinen verbotenen Aufnäher auf der Jacke. Dafür begegnet mir auch keine Polizei.