Gestern war noch einmal großes, richtig großes „Stuben- und Revierreinigen“. Drei Stunden putzen und schrubben. Revier, das ist alles, was nicht „Stube“ ist, also Waschraum, Flure, Treppenhaus, Straße und Fußwege vor dem Block. Die Spinde wurden gründlichst auf Ordnung und Sauberkeit kontrolliert. Wir hatten den Verdacht, dass es vor allem um Unterlagen für geplante Gottesdienste geht, nach denen sie gesucht haben. Im Spind eines Bausoldaten wurde ein Tagebuch gefunden.
Ich musste beim Stubendurchgang das zweite Bild meiner Freundin und das von Mutter und Schwester entfernen. Ein Bild ist an der Innenseite der Spindtür erlaubt, mehr nicht.
Die Weihnachsturlauber haben Glück: Weil heute Sonntag ist, dürfen sie schon nach dem Frühstück gehen.
Im Zimmer sind wir nur noch zu dritt. Drei Leipziger, drei Freunde. Wir beten nicht, sondern reden lange über vergangene Zeiten und erzählen die Witze, die wir uns vorher zu erzählen nicht getraut haben. Dazu gibt es Kuchen.