20.-22. Dezember 1984. Erwartungsvoll.

Wir haben etwas Tannengrün auf dem Tisch im Zimmer und eine Tischdecke. Zum täglichen „Stubendurchgang“ und tagsüber sind die Sachen im Schrank. Abends lassen wir eine Kerze brennen und singen oft mit Besuchern aus anderen Zimmern Weihnachtslieder.

Es treffen Pakete ein. Mehr als einmal kann ich kein Abendessen zu mir nehmen, weil ich mich schon vorher mit Stolle und Kuchen gestopft habe. Auch eine Flasche Wein findet den Weg ins Zimmer und wird für Heiligabend aufgespart.

Ich bin inzwischen gespannt: Wie wird es zu Weihnachten in der Kaserne? Sind wir nicht auch ein bisschen wie die heilige Familie, unbehaust und nicht da, wo wir sein wollen, sondern an einen Ort gezwungen, weil der Kaiser es befohlen hat? Und wie wird unsere Andacht? Ich habe gehört, dass sich ein kleiner Chor gebildet hat und im Keller übt. Einer der Brüder ist Kantor. Er ist zwar verheiratet und fährt heim, übt aber noch mit den jungen Männern.

Das kann richtig schön werden, den Umständen entsprechend.