Der Kulturraum in unserem Block ist so groß wie drei Stuben und besteht eigentlich aus zwei Räumen, einem großen und einem sehr kleinen, einem halben Zimmer. Im großen Raum stehen Stühle vor einem Fernseher, im kleinen Raum ein Tisch, ein paar Stühle und die Bibliothek. Was man so Bibliothek nennt bei der NVA: Bruno Apitz, Hermann Kant, Bohdan Arct („Kamikaze“), Harry Thürk.
An den Wänden sind Fotodrucke aus der „Armeerundschau“ befestigt: Schiffsbug mit Kanone vor Sonnenuntergang, Schützenpanzer mit Mot-Schützen in Tarnaufzug vor See, in dem sich die Sonne spiegelt. Die Fotos waren zum teil richtig lustig, wegen der verqueren Ästhetik, die nicht auf geistige Gesundheit der Schaffenden oder derer, die die Fotos dann ausgewählt und gedruckt haben, schließen lässt.
Abends ist der Kulturraum immer überfüllt, obwohl nur die Hälfte fernsehen will. Es gibt DDR-Fernsehen 1 und 2, und pünktlich um 21:45 Uhr kommt der UvD und schaltet den Fernseher aus, außer samstags, da darf bis 22:45 ferngesehen werden.
In Ausnahmefällen kann man eine „Fernseherlaubnis“ beantragen und länger gucken. Voraussetzung ist natürlich, dass man gute Arbeitsleistungen erbringt usw. usw.