Tagelang passiert nichts. Wecken, Frühsport, Waschen. Ausgang beantragen gehen. Antreten zum Frühstück, Antreten zum Morgenappell. Arbeitskluft anziehen, so tun, als ob man arbeitet, niemandem auffallen, damit man nicht wirklich arbeiten muss. Weil es langsam kälter wird, bemitleiden wir die Unteroffiziere, die nicht arbeiten dürfen. Wir können zur Erwärmung wenigstens beschäftigt tun. Mittagessen, kurze Pause mit Kaffee, zweite Schichthälfte, jetzt ist gar nichts mehr zu tun, Feierabend, Nachmittagsappell mit Postausgabe und Hören, dass ich keine Ausgang kriege. Freizeit, in der man sich langsam kennenlernt, nach gemeinsamen Bekannten oder gemeinsam besuchten Veranstaltungen fragt. Es sind schon ein paar interessante Leute hier. Abendbrot, Freizeit.
Lesen. Zum Glück lesen die meisten hier, und es ist normal, sich Bücher zu borgen. Manche lesen nur fromme Bücher, andere lesen wie ich alles.
Rauchen. Es ist kalt, darum wird manchmal verbotenerweise im Waschraum geraucht und dann gelüftet. Die Nichtraucher beschweren sich, erst über den Gestank und dann über die Kälte.
Briefeschreiben. Ich habe schon immer gern geschrieben und mit vielen Freunden in regem Briefaustausch gestanden. Hier wird mir das Briefeschreiben zum Lebenselixier.