11. März 1985. Verlegung.

Überraschung beim Morgenappell: 30 Namen werden verlesen. Sie werden verlegt nach Bärenstein. Morgen früh soll es losgehen. Mein Freund Christian ist dabei. Das heißt, wir lernen nicht weiter Latein. Der Elan war sowieso weg. Wozu etwas lernen, was man später sowieso noch einmal lernen muss. Anerkannt wird das Selbststudium nicht, und Prüfungsreife erlangen wir hier auch nicht. Und mir fehlt auch die Disziplin, Vokabeln zu lernen.

Und Frank G. und Tilo H., die Leipziger aus meinem Zimmer (Jetzt hätte ich beinahe „Stube“ geschrieben. Langsam steckt es an.) müssen auch weg. Dann bin ich mit den frommen Opas allein hier. Keiner mehr, der auch mal Spaß versteht. Die Älteren wären gern nach Bärenstein gegangen. Kein Wunder: Sie sind dort fast zu Hause.

Ich könnte schon wieder heulen.

Abends Andacht und gemeinsames Kaffee, Tee- und Weintrinken bei uns im Zimmer. Und auch ein paar Tränen fließen. Wir sind Bausoldaten, wir dürfen das. Nur vor dem Uffz. würde ich nie weinen.