7. Februar 1985. Noch einmal Optiker.

Heute werde ich Eisbein essen. Darauf freue ich mich schon seit vorgestern. Mit dem Ausgang zum Optiker klappt es wieder problemlos, ich bin schneller beim Optiker als vorgestern, weil ich nicht suchen muss. Der Optiker setzt mir die Brille auf die Nase, fragt, ob sie drückt. Ich sage, nein. „Wenn sie anfangen sollte, zu drücken, kommen Sie einfach nächste Woche noch einmal. Jetzt geben Sie mir Ihren Schein, es ist jetzt, ja…hier, bitte! Und einen schönen Tag noch!“ Auf dem Schein steht wieder 12.30, und es ist gerade mal fünf nach halb zehn.

Erst einmal gehe ich in den Buchladen. So richtig stöbern, das fehlte mir auch, ohne dass ich es wusste. Ich schreibe eine Postkarte mit dem Roland, nur, weil ich es kann. Und dann gehe ich in eine kleine Kneipe in einer Nebengasse, wo es für 2 Mark ein Eisbein mit Brot und viel Senf gibt. Und dazu ein Bier. Ich fühle mich wie ein König und bestelle noch ein Bier.

Auf dem Rückweg durch die enge Innenstadt fährt mir eine Straßenbahn in den Rücken. Ich bleibe unverletzt, nur erschrocken. Der Fahrer schimpft, ob ich nicht aufpassen könne. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. In Leipzig fahren keine Bahnen, wo Fußgänger laufen. Eventuell sehe ich mit der neuen Brille auch noch nicht so richtig gut. Oder ich vertrage kein Bier mehr.

Gegen die Bierfahne lutsche ich Pfeffi. Nachmittags vergesse ich, auf die Baustelle zu gehen, und keiner merkt etwas.

Ich unterhalte mich mit einem der Innendienstkranken. Er erklärt mir, dass diese Nickelbrillen zwar sehr schön eien, aber sehr oft die Schraube herausfallen würde, mit der das Glas eingeklemmt ist. Man kommt nur kurz mit dem Schraubenzieher dran, und schon fällt sie runter und man muss wieder zum Optiker. Er hätte auch einmal eine solche Brille gehabt, dann aber Probleme mit dem Optiker bekommen, weil der keine Schrauben mehr hatte. Danach hätte er immer gründlich gesucht, wenn die Schraube heruntergefallen ist, damit er die alte Schraube mitnehmen konnte zum Optiker.

Die Brille war wirklich eine gute Wahl.