10. Dezember 1984. Zweiter Advent.

Ich hatte für heute Ausgang beantragt. Ich war seit vier Wochen nicht außerhalb dieser Kaserne. Ich möchte zum Gottesdienst gehen und eine Orgel hören, die Adventslieder spielt. Ich möchte ein Bier trinken gehen und einmal ein anständiges Mittagessen bekommen. Ich möchte spazieren gehen, irgendwo im Wald, wo einem nicht alller paar Meter ein Offizier über den Weg läuft, wo einem niemand über den Weg läuft, wo ich allein bin. Ich möchte abends noch einmal richtig essen, noch ein Bier trinken, dann auch gern wieder mit anderen Menschen.

Ich habe wieder keinen Ausgang bekommen. Ich weiß nicht, warum. Manche durften inzwischen schon zweimal raus. Das ist nicht gerecht.

Wenigstens haben wir genügend Kuchen und Schokolade.