Gestern wurden wir gleich nach dem Schlafengehen wieder geweckt und zur Bahnentladung verfrachtet. Wir mussten aus dem Magazin Schaufeln und Spitzhacken holen und wurden nicht auf das übliche Gleis im Wald gefahren, sondern zum Bahnhof Beelitz-Heilstätten. Wir haben schon auf dem Auto gefroren. In Beelitz stand ein Zug mit gefrorenem Sand. Ein Bagger stand dabei mit geborstenen Hydraulikschläuchen, aus denen stoßweise dampfendes Öl auslief. Umweltfreundlich war das nicht, aber der Baggerfahrer hätte sonst sicher keine Heizung gehabt. Wir wurden auf die einzelnen Waggons verteilt und sollten den Sand auf LKWs umladen. Das war eine Riesenquälerei. Zum ersten Mal haben die Unteroffiziere mit angepackt. Nach ein paar Stunden war ich so fertig, dass ich mich unter dem Vorwand des Pinkelns zum Rauchen verzogen und unter einen Waggon gelegt habe. Dort bin ich sofort eingeschlafen. Zum Glück hat mich ein Bruder gefunden und geweckt, da hätte ich glatt erfrieren können. Es waren mindestens -10 °C.
Irgendwann gegen vier kam dann wenigstens ein Auto mit heißem Tee. Wir hatten bis in die Morgenstunden zu tun und den Vormittag dienstfrei, zum nachschlafen. Am Nachmittag war dann „Stuben- und Revierreinigen“, aber ohne Schikanen.
So eine Bahnentladung möchte ich nicht wieder haben.